- Die rechtsextreme französische Partei Rassemblement National will ein Pilotprojekt, bei dem überschüssiger Atomstrom zum Bitcoin-Mining genutzt werden soll.
- Es könnte jährlich über 130 Millionen Euro pro Gigawatt einbringen, stößt aber auf umweltpolitischen Widerstand.
Frankreichs rechtsextreme Partei Rassemblement National (RN) hat vorgeschlagen, überschüssige Kernenergie zum Bitcoin-Mining zu nutzen. Das auf fünf Jahre angelegte Pilotprojekt würde an den Standorten von Kernkraftwerken laufen. Die Einnahmen könnten jährlich über 130 Millionen Euro (150 Mio $) pro Gigawatt betragen. Es gibt jedoch Widerstand in der Politik und Umweltbedenken, die der Umsetzung des Proejkts entgegenstehen.
BTC-Mining mit „überschüssigem“ Atomstrom
Der Parlamentsabgeordnete Aurélien Lopez-Liguorias von der Rassemblement National (RN) bereitet einen Gesetzentwurf vor, um ein nationales Pilotprojekt zum Bitcoin-Mining mit überschüssiger Kernenergie zu starten. Das Fünf-Jahres-Programm würde „überschüssigen“ Strom aus Kernkraftwerken nutzen, insbesondere in Zeiten geringer Nachfrage.
Die RN argumentiert, dass der ungenutzte Strom, der derzeit vergeudet oder mit Verlust verkauft wird, gewinnbringend zum Bitcoin-Mining genutzt werden könnte. Der Plan markiert einen Wandel in der Haltung von Parteichefin Marine Le Pen. 2016 hatte Le Pen ein vollständiges Verbot von Kryptowährungen gefordert und behauptet, sie dienten den „finanziellen Interessen der Elite“. Bis 2022 hatte sie ihre Ansicht geändert und bevorzugt eine Regulierung gegenüber einem Verbot. Heute fordert die RN das Bitcoin-Mining auf nationaler Ebene durch Frankreichs Nuklearkapazität.
Der Vorschlag sieht vor, dass die Mining-Betriebe girekt bei den Kernkraftwerken eingerichtet werden. Sie Anlagen würden nur in Zeiten der Strom-Überproduktion betrieben.
Das Gesetz soll durch Dekret des französischen Staatsrats geregelt werden und eine strenge Betriebsaufsicht vorsehen.
Voraussichtliche Einnahmen und Netzstabilisierungspotenzial
Schätzungen der ADAN (Association for the Development of Digital Assets) gehen davon aus, dass ein Gigawatt an umgeleiteter überschüssiger Energie zwischen 100 und 150 Millionen Dollar pro Jahr an Bitcoin-Einnahmen generieren könnte. Sie würden, zur Deckung der mit der französischen Kernenergie-Erzeugung verbundenen Fixkosten beitragen und wären eine zusätzliche Einnahmequelle für die öffentliche Hand.
Befürworter betonen außerdem die Möglichkeit der Stabilisierung des Stromnetzes. Mining-Farmen können ihren Stromverbrauch dynamisch skalieren – sie werden bei einem Überangebot aktiviert und bei steigender Nachfrage abgeschaltet. Dieser Lastausgleich entspricht den Anforderungen eines modernen, flexiblen Netzes.
Die Initiative verfolgt auch sekundäre Ziele wie die Rückgewinnung der von den Mining-Rigs erzeugten Wärme. Diese könnte zur Heizung von Gewächshäusern und öffentlichen Einrichtungen genutzt werden, wie es in Teilen Skandinaviens bereits geschieht.
Darüber hinaus soll das Projekt die lokale wirtschaftliche Entwicklung unterstützen. Es umfasst einen Plan zur Wiederverwendung stillgelegter oder nicht ausreichend genutzter Infrastruktur für das Mining. Das könnte die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Wiederbelebung des Gewerbes in der Umgebung von Nuklearstandorten fördern.
Politische und ökologische Hürden
Doch der Vorschlag hat seine Kritiker. Umweltschützer argumentieren, dass das Bitcoin-Mining trotz des Einsatzes nicht-fossiler Energie energieintensiv bleibt und zu allgemeinen Klimaproblemen beiträgt. Sie warnen davor, das Mining im großen Stil zu fördern, selbst wenn es mit überschüssigem Strom betrieben wird.
Politisch ist der weitere Weg ungewiss. Ein ähnlicher Plan, der im Juni vorgelegt wurde, wurde im Parlament abgelehnt. Damit der aktuelle Gesetzentwurf verabschiedet werden kann, braucht die RN breite Unterstützung über Parteigrenzen hinweg. Im vergangenen Monat hatten 76 Abgeornete unter der Führung der RN den Vorschlag in der Nationalversammlung eingereicht. Sollte er umgesetzt werden, wäre Frankreich das erste europäische Land, das Bitcoin-Mining mithilfe von Kernenergie betreibt.
Andere Länder betreiben bereits staatliches Bitcoin-Mining
Bhutan hat über seinen Staatsfonds Druk Holding & Investments seit 2020 über 11.400 BTC erzeugt – das entspricht fast 40 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts.
Pakistan will 2.000 Megawatt überschüssigen Strom für das BTC-Mining und für KI-Rechenzentren bereitstellen, und El Salvador gewinnt den Strom für sein Bitcoin-Mining aus geothermischer Energie.
crypto-news-flash.com